Unser Priesteramtskandidat Manuel Reichart berichtet von seinen ersten sechs Wochen in Rom.
Nun ist es schon über einen Monat her, dass ich meine Heimat verlassen habe und für ein ganzes Jahr nach Rom gezogen bin. Die Zeit vergeht hier wie im Flug und man glaubt gar nicht, wie schnell die Wochen vorbei waren. Doch dennoch waren die Wochen voll mit Erlebnissen und jeder Menge besonderer Momente.
Am 01. September ging mein Flug in die Ewige Stadt Rom und ich wurde bei gut 35° Hitze hier empfangen. Frisch am Päpstlichen Kolleg innerhalb des Vatikanstaates angekommen, wurde ich freundlich aufgenommen und dies erleichterte das Einleben hier sehr. Das erste Wochenende wurde ruhig angegangen und man hat sich vieles angeschaut, die neuen Mitbewohner kennengelernt und die neue Heimat begutachtet. Doch diese Ruhe dauerte nicht lange an, denn schon bald stand der Sprachkurs auf dem Programm. Innerhalb von 4 Wochen durfte ich mit den unterschiedlichsten Leuten eine für alle komplett neue Sprache lernen. Diese Sprache war, neben unserem gemeinsamen Glauben natürlich, eine Brücke, die uns verbindet. In meinem Kurs waren Priester, Mönche, Ordensschwestern, Seminaristen und Laien aus allen Ländern der Welt. Indien, Philippinen, Korea, Mexico, USA, Frankreich, Bosnien, Kroatien, und viele weitere mehr.
In diesem Sprachkurs habe ich innerhalb kürzester Zeit Menschen kennengelernt, die zu meinen Freunden geworden sind, weil wir alle die gleiche Botschaft und den gleichen Auftrag haben: Christus in die Welt tragen und in der Welt bezeugen!
Doch neben diesen neuen Freunden, mit denen man sich nur auf Italienisch oder Englisch unterhalten kann, habe ich auch 12 weitere kennengelernt, die aus Deutschland oder Österreich sind. Einer davon studiert bereits seit zwei Jahren mit mir in Augsburg, ein anderer ist ein guter Freund von mir aus der Zeit im Propädeutikum Passau und so haben sich unsere Wege hier in Rom wieder getroffen.
Doch neben all diesen persönlichen Erfahrungen, kann ich täglich auch weltkirchliche Atmosphäre schnuppern. In der Gemeinschaft hier im Haus leben Priester, die an der Kurie arbeiten und mich als Studenten und Priesteramtskandidaten immer wieder auch an ihrem Berufsalltag teilhaben lassen. Aber auch, dass der Papst nur zwei Häuser weiter wohnt und an unserem Haus die Kardinäle, Bischöfe und Staatsgäste, die zu einer Audienz geladen sind, vorbeikommen, vermittelt mir immer wieder, dass hier der Sitz der Kirche ist.
Doch neben den vielen großen Ereignissen und Momenten in der hektischen und lauten Stadt Rom, kann man immer wieder im Gebet und der Meditation in den vielen Kirchen der Stadt Ruhe finden und alles nochmals vor dem inneren Auge betrachten und genießen.
So verbleibe ich bei immer noch 27° warmen, sonnigen Wetter mit den besten Grüßen in die Heimat nach Neuburg und bin mit der Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Hl. Geist im Gebet verbunden.
Ich bitte aber auch Sie, mich und die Priesteramtskandidaten der Diözese Augsburg im Gebet zu begleiten. Vergelt´s Gott!
Auch der Donaukurier berichtet über die ersten Tage von Manuel Reichart in Rom. Anfang Dezember haben wir von Manuel seinen zweiten Bericht erhalten.
(Bilder: Manuel Reichart)