Mein zweiter Bericht

05.12.2017 15:32 Uhr

Manuel Reichart schildert uns seine Eindrücke aus den letzten zwei Monaten und wünscht uns allen eine gesegnete Adventszeit.

(von Manuel Reichart) Zum Beginn des neuen Kirchenjahres möchte ich es nicht verpassen, den Gläubigen in meiner Heimat eine gesegnete Adventszeit und eine gute Vorbereitung auf das Weihnachtsfest zu wünschen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meine Berichtreihe fortsetzen und von den letzten zwei Monaten erzählen, die wieder voll von Begegnungen und schönen Momenten waren.

Am 04. Oktober durften wir Kollegiaten an der Amtseinführung unseres Rektors an der Römischen Rota, dem Gerichtshof der Kirche, teilnehmen. Mit dieser Amtseinführung zum Richter hat er nebenbei auch die höchsten Ehrentitel der Kirche, den Apostolischen Protonotar und Prälat, verliehen bekommen. Die Feier dieser Zeremonie fand im Gerichtssaal der Rota Romana statt und war im offiziellen Teil auf Latein. Es war mir eine besondere Freude an dieser Feierlichkeit teilnehmen zu können und weitere Einblicke in die Römische Kurie zu erhalten.

Wie Sie vielleicht aus meinem Bericht aus dem Donaukurier vernommen haben, war es mir auch möglich an der Heiligsprechung verschiedener Märtyrer teilnehmen, was für mich das erste Mal war. Solche Messen mit dem Heiligen Vater sind immer etwas Besonderes und davon kann man noch eine ganze Weile im geistlichen Sinne zehren.

Doch um nicht nur das katholische Element in meinem Freijahr zu betonen, haben wir deutschen Studenten auch einen Ausflug in die größte Moschee Europas unternommen und uns eine Führung durch einen islamischen Gläubigen in dieser beeindruckenden Moschee geben lassen. Auch ganz persönliche Gespräche über den Glauben und die Praxis von Muslimen konnten wir mit ihm führen und waren sehr dankbar für diesen Einblick in einer der großen Weltreligionen. Dieser Tag in der Moschee wird definitiv in guter Erinnerung bleiben!

Neben diesen Ereignissen fand aber auch meine Rezeption in die deutsche Studentenverbindung der KAV Capitolina zu Rom statt. Durch diese Studentenverbindung entsteht immer mehr Kontakt in die ganze Welt und verbindet mich über mein Freijahr hinaus auf Lebenszeit mit der Stadt Rom.

Ende Oktober begann für mich die Besuchszeit in Rom, die ersten Freunde, Bekannte, Dozenten und Priester der Diözese haben mich in Rom besucht. Doch am meisten freute ich mich natürlich über den Besuch meiner Familie. So war zu Beginn des Novembers meine Tante mit ihrer Familie da und kurze Zeit darauf meine Eltern. Wir konnten schöne Tage hier in Rom verbringen.

Aber mein Freijahr hier in Rom besteht schließlich nicht nur aus katholischen Feiern, Ausflügen und Besuchen aus der Heimat, sondern auch aus dem Studium hier in Rom. Ich führe hier mein Studium der kath. Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana fort, welches hier vollständig auf Italienisch zu absolvieren ist. Nicht immer ganz einfach, aber mit ein bisschen Fleiß und Übung wird die Sprache immer besser und man kommt in den Vorlesungsbetrieb hinein.

Allerdings darf neben der katholischen Bildung, die allgemeine Bildung nicht fehlen und so konnte ich mit zwei weiteren Kollegiaten an der Konzertreihe der „musica sacra“ teilnehmen und wir hörten neben Mozarts Klarinettenkonzert, einiger deutscher Musik zum Lutherjahr auch Haydns berühmte Schöpfung. Des Weiteren wurde für uns Kollegiaten eine Führung durch die Vatikanische Bibliothek angeboten, die normalerweise nicht zugängig ist. Man hat uns neben den Räumlichkeiten auch die wertvollsten Bücher des Vatikans gezeigt und die älteste vollständige Bibel aus dem 3. Jahrhundert nach Christus.

Zum Abschluss wünsche ich Ihnen nochmals eine gesegnete Adventszeit und eine gute Vorbereitung auf das Weihnachtsfest hin. In diesem Bericht bitte ich Sie ganz besonders um das Gebet für die Priesteramtskandidaten aus Augsburg, die am vergangenen Samstag unter die Weihekandidaten aufgenommen worden und kommenden Mai zu Diakonen geweiht werden. Doch auch für die weiteren Seminaristen bitte ich um Ihr Gebet. Vergelt´s Gott!

Mit den besten Wünschen aus Rom
Manuel Reichart