Bevor Manuel Reichart zu Weihnachten nachhause kommt, berichtet er vom Dezember in Rom und in Wien.
Liebe Pfarreingemeinschaft St. Peter und und Hl. Geist,
bevor die besinnliche Adventszeit zu Ende geht möchte ich es nicht verpassen, Ihnen noch die letzten Eindrücke aus dem Jahr 2017 aus Rom mitzuteilen.
Am 06. Dezember kommt traditionell in viele Häuser hoher Besuch, der Hl. Nikolaus kündigt sich an, so auch hier bei uns im päpstlichen Priesterkolleg am Campo Santo Teutonico. Der Abend begann mit einem gemeinsamen Abendessen der Kollegiaten mit Erzbischof Patron Wong, der an der Kleruskongregation für die Leitung der Abteilung „Priesterseminare und Priesterkollegien“ zuständig ist. Erzbischof Wong ist gebürtig aus Mexico und so übergab er jedem von uns ein kleines Geschenk aus seiner Heimat. Im Anschluss an das gemeinsame Essen besuchte uns der Hl. Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht und jeder Kollegiat musste sich vor den Hl. Nikolaus knien, während dieser das Gedicht über einen vorlas. Danach wurde jedem ein neuer Kalender des Kollegs für das Jahr 2018 geschenkt und der Heilige verließ uns wieder. Der Abend klang gemütlich bei Christstollen und einem Glas Wein aus.
Bald darauf hatte das Kolleg einen erneuten Grund zu einer großen Feier. Das jährliche Fest der Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Mutter Gottes, das immer am 08. Dezember gefeiert wird. In der Messe wurden vier neue Mitglieder in die Erzbruderschaft aufgenommen, die eine Zeit des Noviziats durchlaufen haben. Des Weiteren konnten 18 neue Novizen aufgenommen werden, zu denen ich mich selbst zählen darf. Die Aufgabe dieser Erzbruderschaft ist es, christliche Brüderlichkeit zu pflegen, die Feier der Gottesdienste in deutscher Sprache zu gewähren, den Friedhof am Campo Santo zu erhalten und dort für die Toten zu beten und Hilfe für kranke und ältere Mitglieder, aber auch für Pilger zu leisten. Es ist mir eine Ehre, dass ich mich zu dieser Erzbruderschaft dazu zählen darf und danke hiermit nochmals Prälaten Fischer für die Aufnahme.
Am selbigen Tag wurde auch traditionell die Krippe auf dem Petersplatz eröffnet und gesegnet. Ebenso wurde die Weihnachtsbeleuchtung auf und rund um den Petersplatz eingeschaltet, sodass es auch hier etwas mehr adventlich, wenn nicht sogar schon weihnachtlich wurde. Aber dennoch war es ein seltsames Gefühl bei 13° und plätschernden Springbrunnen das Lied „Stille Nacht“ von der Krippe gespielt zu hören.
Um auch eine adventliche Stimmung an der Universität zu erhalten, waren die Studenten und Professoren eingeladen sich an einer Art „Lebendigem Adventskalender“ zu beteiligen. Jedes Priesterseminar, verschieden Ordensgemeinschaften oder andere Gruppierungen haben die Zeiten der Pause zwischen den Vorlesungen durch Gesang, Krippenspiele oder das Zerschlagen einer Pinjata (Anmerkung der Redaktion: siehe Wikipedia) verkürzt und so den anderen Studenten eine große Freude gemacht. Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Länder und Kulturkreise Weihnachten feiern und doch kann ich sagen, dass mir die bayrische Weihnacht am liebsten ist.
Schon mitten im Dezember angekommen konnte ich wieder an einer Messe mit dem Hl. Vater Papst Franziskus teilnehmen. Es war das Fest Unsere Liebe Frau von Guadalupe, einem Marienort in Mexico. An dieser Messe nahmen alleine schon über 500 Priester teil, die zum großen Teil aus Mexico selbst waren. Wie immer ein besonderes Erlebnis und es wird mir in Erinnerung bleiben.
In der letzten Woche vor Weihnachten wurde das Kolleg immer leerer, die Universitäten stellten den Vorlesungsbetrieb ein und selbst die Stadt Rom wurde immer leerer. Man merkte, dass nun wirklich die staade Zeit angebrochen war und bevor ich mich nun auch auf den Weg in die Heimat machen werde, durfte ich noch ein bisschen Weihnachtsmarkt-Luft in Wien schnuppern. Gemeinsam mit zwei anderen Kollegiaten habe ich einen Kollegiaten in Wien besucht, der uns dort durch die Stadt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten geführt hat. Natürlich durfte ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn nicht fehlen.
So verbleibe ich mit den besten Grüßen in die Heimat nach Neuburg und wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe und gesegnete Weihnachten, dass der Friede Jesu Christi, der von der Krippe her ausgeht, auch bei Ihnen ankommen möge und schon jetzt alles erdenklich Gute und Gottes Segen für das neue Jahr 2018.
Wie immer bitte ich Sie um das Gebet für Berufungen in unserer Diözese und um das Gebet für uns Seminaristen. Vergelt´s Gott!
(Bilder: Manuel Reichart)